Getränke
Weißwein
Weißwein ist bei Histaminintoleranz problematisch — er enthält Histamin und wirkt als DAO-Blocker. Alternativen und Details.
Weißwein ist bei Histaminintoleranz problematisch, wenn auch deutlich weniger als Rotwein. Er enthält durch die Fermentation Histamin und andere biogene Amine, typischerweise aber nur 0,1 bis 3 mg/L - das ist 5 bis 10 Mal weniger als bei kräftigen Rotweinen. Trotzdem bleibt das Kernproblem: Der enthaltene Alkohol wirkt als DAO-Blocker und hemmt das Enzym, das im Körper für den Histaminabbau zuständig ist.
Tipps für den Alltag
- In der Eliminationsphase konsequent meiden
- Wenn du nach der Wiedereinführung testen möchtest: Ein Glas junger, trockener Riesling oder Grüner Veltliner hat die besten Chancen auf Verträglichkeit
- Nur zu einer histaminarmen Mahlzeit trinken: nie auf nüchternen Magen, da die DAO-Hemmung dann das Histamin aus dem Essen schlechter abbauen lässt
- Auf Weißweine ohne biologischen Säureabbau (BSA) achten: die malolaktische Gärung produziert zusätzliches Histamin
- Auch kleine Mengen können an schlechten Tagen (Stress, Schlafmangel, Menstruation) Symptome auslösen
- Alkoholfreie Alternativen: Wasser mit frischen Kräutern, Kamillentee oder Traubensaftschorle
Histamin-Details
Bei der Weinherstellung entsteht durch die alkoholische Gärung und den biologischen Säureabbau (malolaktische Gärung) Histamin. Weißwein enthält in der Regel weniger Histamin als Rotwein, da er ohne Maischegärung hergestellt wird - der Traubensaft wird sofort von den Schalen getrennt. Zudem wird die malolaktische Gärung bei vielen Weißweinen bewusst unterdrückt, was die Histaminbildung weiter reduziert.
Der entscheidende Faktor bleibt jedoch der Alkohol selbst: Ethanol hemmt die Diaminoxidase (DAO), das Enzym, das Histamin im Darm abbaut. Dadurch wird nicht nur das Histamin aus dem Wein, sondern auch das Histamin aus allen anderen Lebensmitteln der Mahlzeit schlechter abgebaut. Sekt ist durch die zusätzliche Flaschengärung und die Kohlensäure (beschleunigt die Histaminaufnahme) noch problematischer.
Wenn du nicht ganz verzichten willst
Unter den Weinsorten bietet junger, trockener Weißwein die besten Verträglichkeitschancen. Riesling, Grüner Veltliner und Silvaner ohne Holzfassausbau haben typischerweise die niedrigsten Histaminwerte. Einige Winzer bieten explizit „histamingeprüfte” Weine an, die unter 0,5 mg/L Histamin liegen. Die wichtigste Strategie: Maximal ein Glas, immer zu einer Mahlzeit, und nicht an Tagen, an denen dein Histaminfass bereits gefüllt ist. Ausführliche Informationen findest du im Artikel Histaminarmer Wein.
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Verträglichkeit ist individuell. Teste neue Lebensmittel in kleinen Mengen.