Getränke
Rotwein
Rotwein ist histaminreich und ein DAO-Blocker zugleich — einer der häufigsten Auslöser bei Histaminintoleranz. Details und Alternativen.
Rotwein ist für viele Betroffene mit Histaminintoleranz der offensichtlichste Auslöser. Er vereint gleich drei problematische Eigenschaften: hoher Histamingehalt durch Fermentation und Schalenkontakt, DAO-blockierende Wirkung durch Alkohol und weitere biogene Amine wie Tyramin, Putrescin und Cadaverin. Diese Dreifachwirkung - erhöhte Histaminzufuhr bei gleichzeitig gehemmtem Abbau und zusätzlicher Aminbelastung - macht Rotwein zum „perfekten Sturm” bei HIT.
Tipps für den Alltag
- Bei Histaminintoleranz konsequent meiden: auch ein halbes Glas kann bei vollem Histaminfass Symptome auslösen
- Auch kleine Mengen in Soßen oder beim Kochen beachten, da Alkohol zwar verdampft, aber Histamin und biogene Amine im Gericht bleiben
- Weißwein enthält 5-10x weniger Histamin, ist aber durch den Alkohol als DAO-Blocker ebenfalls problematisch
- Zum Anstoßen: Mineralwasser mit einem Spritzer Apfelsaft oder alkoholfreier Traubensaft
- Wasser und grüner Tee sind die sichersten Getränkealternativen
- Wenn du an stressigen Tagen oder während der Menstruation empfindlicher bist, ist der Verzicht besonders wichtig - Stress und hormonelle Schwankungen senken die DAO-Kapazität zusätzlich
Histamin-Details
Rotwein enthält Histamin aus der Maischegärung (langer Kontakt mit Traubenschalen) und der malolaktischen Gärung (biologischer Säureabbau), die bei Rotwein Standard ist. Kräftige Rotweine wie Cabernet Sauvignon oder Shiraz erreichen Histaminwerte von 5 bis 25 mg/L, gereifte Weine wie Barolo oder Rioja Reserva sogar über 30 mg/L.
Zusätzlich blockiert der enthaltene Alkohol (Ethanol) das Enzym Diaminoxidase (DAO), das im Darm für den Histaminabbau zuständig ist. Das bedeutet: Nicht nur das Histamin aus dem Wein, sondern auch das Histamin aus allen anderen Lebensmitteln der Mahlzeit wird schlechter abgebaut. Sulfite im Wein können bei manchen Betroffenen zusätzlich die Mastzellen zur Histaminfreisetzung anregen.
Warum Rotwein schlimmer ist als Weißwein
Der Unterschied liegt in der Herstellung: Bei Rotwein fermentiert der Traubensaft zusammen mit den Schalen (Maischegärung), was deutlich mehr biogene Amine produziert. Zudem durchläuft fast jeder Rotwein die malolaktische Gärung, bei der Milchsäurebakterien aktiv sind und Histamin bilden. Weißwein wird ohne Maischegärung hergestellt, und die malolaktische Gärung wird bei vielen Weißweinen bewusst unterdrückt. Mehr dazu erfährst du im Artikel Histaminarmer Wein.
Wie Bier, Sauerkraut und Parmesan gehört Rotwein zu den histaminreichsten Lebensmitteln.
Entdecke histaminarme Lebensmittel als Alternativen oder finde passende histaminarme Rezepte.
Verträglichkeit ist individuell - teste in kleinen Mengen und beobachte deine Reaktion.