Getränke

Malzbier

Malzbier ist bei Histaminintoleranz problematisch. Fermentation und Hefe können den Histamingehalt erhöhen.

Mäßig verträglich
Histaminreich getränk fermentiert hefe

Malzbier wird durch Fermentation von Gersten- oder Weizenmalz hergestellt und ist bei Histaminintoleranz problematisch. Obwohl Malzbier weniger Alkohol enthält als normales Bier, durchläuft es einen ähnlichen Brauprozess mit Hefe. Dabei können Histamin und andere biogene Amine entstehen.

Viele Menschen greifen zu Malzbier als vermeintlich harmlose Alternative zu Bier - gerade weil es kaum Alkohol enthält. Für HIT-Betroffene ist das ein Trugschluss: Nicht der Alkohol allein ist das Problem, sondern der Fermentationsprozess an sich, der biogene Amine produziert. Malzbier ist deshalb bei HIT keine sichere Alternative zu herkömmlichem Bier.

Tipps für den Alltag

  • Bei bekannter Histaminintoleranz lieber konsequent meiden
  • Auch alkoholfreies Malzbier enthält durch die Fermentation biogene Amine: „alkoholfrei” bedeutet nicht „histaminfrei”
  • Als Alternative: Kokoswasser, Apfelsaft oder selbstgemachte Limonade mit Wasser und frischem Obst
  • Wer den malzigen Geschmack vermisst: Getreidekaffee (Malzkaffee) wird nicht fermentiert und ist oft besser verträglich
  • Wenn testen: nur kleine Mengen (ein halbes Glas) und nicht zusammen mit anderen fermentierten Produkten am selben Tag
  • Auf Festen und Grillabenden: Vorher eine histaminarme Getränkealternative einpacken

Histamin-Details

Malzbier wird durch eine kontrollierte Gärung mit Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) hergestellt. Dabei produzieren Hefepilze neben Kohlensäure und Alkohol auch Histamin und andere biogene Amine wie Tyramin. Der Histamingehalt ist in der Regel niedriger als bei herkömmlichem Bier oder Rotwein, aber deutlich höher als bei nicht fermentierten Getränken. Zusätzlich kann die enthaltene Hefe als Histaminliberator wirken und die Mastzellen zur Freisetzung von gespeichertem Histamin anregen.

Fermentierte Getränke und das Histaminfass

Die Problematik von Malzbier lässt sich auf alle fermentierten Getränke übertragen: Bier, Rotwein, Weißwein, Sekt, Kombucha und Kefir entstehen alle durch mikrobielle Fermentation, bei der biogene Amine als Nebenprodukte anfallen. Das Konzept des „Histaminfasses” ist hier zentral: Der Körper kann eine gewisse Menge Histamin abbauen (über das DAO-Enzym im Darm). Wenn dieses Fass durch mehrere histaminhaltige Quellen gleichzeitig gefüllt wird - z.B. Malzbier plus Käse plus gereifte Wurst - läuft es über und Symptome treten auf. Deshalb ist es besonders wichtig, fermentierte Getränke nicht mit anderen histaminreichen Lebensmitteln zu kombinieren.

Erfahre mehr über Lebensmittel mit hohem Histamingehalt oder entdecke histaminarme Alternativen.

Verträglichkeit ist individuell - teste in kleinen Mengen und beobachte deine Reaktion.