Saisonkalender bei Histaminintoleranz: Verträgliches Obst und Gemüse nach Monat

Saisonkalender für Histaminintoleranz: Erfahre, welches Obst und Gemüse in welchem Monat frisch und histaminarm verfügbar ist. Mit Einkaufstipps pro Saison.

Frisches, saisonales Obst und Gemüse ist der beste Freund bei Histaminintoleranz. Je kürzer die Lieferkette, desto weniger Histamin bildet sich in den Lebensmitteln. Laut der Schweizerischen Interessengemeinschaft Histaminintoleranz (SIGHI) steigt der Histamingehalt von Obst und Gemüse mit zunehmender Lagerzeit deutlich an. Saisonale Produkte aus der Region sind frischer, nährstoffreicher und verträglicher als importierte Ware mit langen Transportwegen. Dieser Saisonkalender zeigt dir Monat für Monat, welche histaminarmen Sorten im DACH-Raum verfügbar sind.

Warum saisonal einkaufen bei Histaminintoleranz?

Frische reduziert Histamin

Histamin entsteht durch den Abbau der Aminosäure Histidin, und dieser Prozess beschleunigt sich mit der Lagerdauer. Eine Studie der Universität für Bodenkultur Wien zeigte, dass der Histamingehalt von Gemüse bereits nach drei Tagen Raumtemperaturlagerung um bis zu 40 % ansteigen kann. Saisonale Produkte vom Wochenmarkt oder aus dem Hofladen erreichen dich oft innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte. Importware aus Übersee ist dagegen häufig tagelang unterwegs und wird unter schwankenden Temperaturen transportiert. Regionale Saisonware bietet damit einen entscheidenden Vorteil für alle, die auf ihren Histaminspiegel achten müssen. Der Unterschied zeigt sich besonders bei empfindlichen Sorten wie Blattsalaten und Beeren, die nach der Ernte schnell an Frische verlieren.

Der Übergang von der Histaminintoleranz-Diagnose zu einer praktischen Ernährungsstrategie wird durch saisonales Einkaufen erheblich erleichtert. Während du in der ersten Zeit nach der Diagnose oft überfordert bist von ellenlangen Lebensmittellisten, bietet ein Saisonkalender eine klare, Monat-für-Monat-Struktur. Führe parallel zu deiner saisonalen Einkaufsplanung ein Ernährungstagebuch, in dem du Mahlzeiten und Symptome dokumentierst. So erkennst du schnell, welche saisonalen Lebensmittel dir besonders gut tun. Ein bewährter Coaching-Ansatz: Starte mit wenigen, gut verträglichen Grundzutaten der aktuellen Saison und erweitere deine Auswahl schrittweise. Frische biologische Milchprodukte, saisonales Wurzelgemüse und histaminarmes Fleisch bilden eine solide Basis. Diese systematische Herangehensweise verhindert, dass du dich von der Fülle an Informationen überwältigt fühlst und hilft dir, eine nachhaltige Ernährungsroutine zu entwickeln.

Nährstoffdichte und Verträglichkeit

Saisonales Obst und Gemüse wird zum optimalen Reifezeitpunkt geerntet und enthält deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe als Gewächshausware. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) enthält saisonales Freilandgemüse bis zu 60 % mehr Vitamin C als vergleichbare Treibhausprodukte. Vitamin C ist gleichzeitig ein wichtiger Cofaktor für den Histaminabbau und unterstützt die Produktion des DAO-Enzyms. Pflanzen, die unter natürlichen Bedingungen wachsen, entwickeln außerdem mehr sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend wirken. Bei Histaminintoleranz profitierst du doppelt von saisonaler Ernährung: weniger Histamin durch Frische und mehr histaminabbauende Nährstoffe durch höhere Nährstoffdichte.

“Die Frische eines Lebensmittels ist der wichtigste einzelne Faktor für seinen Histamingehalt. Was heute geerntet und morgen gegessen wird, enthält signifikant weniger biogene Amine als gelagerte Ware.”

  • Prof. Bereits wenige Minuten ohne ausreichende Kühlung können bei empfindlichen Lebensmitteln wie Fisch und Fleisch zu kritischen Histaminwerten führen. Bei Obst und Gemüse verläuft dieser Prozess langsamer, aber dennoch messbar: Der Histamingehalt kann bei Raumtemperatur innerhalb von drei Tagen um bis zu 40 Prozent ansteigen. Hier zeigt sich der Vorteil regionaler Saisonware besonders deutlich – während importierte Ware oft tagelang bei schwankenden Temperaturen transportiert wird, erreichen dich Produkte vom Wochenmarkt meist innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte. Ein praktischer Coaching-Tipp: Plane deine Einkäufe so, dass du verderbliche Saisonware als letztes kaufst und sofort nach Hause bringst. Einmal entstandenes Histamin lässt sich weder durch Kochen noch durch andere Methoden wieder entfernen.

Saisonale Kohlgemüse und Wurzelgemüse bieten einen besonderen Vorteil für Menschen mit Histaminintoleranz: Sie enthalten natürliche Cofaktoren, die das histaminabbauende DAO-Enzym unterstützen. Brokkoli, Mangold und andere Kohlsorten sind nicht nur histaminarm, sondern liefern auch wichtige B-Vitamine und Kupfer, die für die DAO-Funktion essentiell sind. Rote Bete, die von September bis März verfügbar ist, enthält zusätzlich natürliche Quercetin-Verbindungen, die als Histamin-Stabilisatoren wirken können. Diese Pflanzenstoffe entwickeln sich besonders intensiv, wenn das Gemüse unter natürlichen Bedingungen wächst und zum optimalen Zeitpunkt geerntet wird. Ein weiterer Coaching-Tipp: Kombiniere verschiedene saisonale Gemüsesorten in einer Mahlzeit, um von den synergistischen Effekten zu profitieren. So wird aus dem simplen Saisonkalender eine strategische Unterstützung für deinen Histamin-Stoffwechsel.

Praktische Einkaufstipps für jede Jahreszeit

Ein Einkaufsplan nach Saison spart nicht nur Geld, sondern vereinfacht auch die Ernährungsumstellung bei Histaminintoleranz erheblich. Wochenmärkte und Hofläden bieten die frischeste Ware, da die Lieferkette am kürzesten ist. Beim Einkauf im Supermarkt solltest du auf das Herkunftsland achten und regionale Produkte bevorzugen. Tiefkühlgemüse ist eine gute Alternative, wenn frische Saisonware nicht verfügbar ist, da das Gemüse direkt nach der Ernte schockgefrostet wird und der Histamingehalt dadurch niedrig bleibt. Plane deinen Wocheneinkauf anhand des Saisonkalenders und kaufe nur so viel, wie du innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchst. Reste kannst du sofort einfrieren, um die Histaminbildung zu stoppen.

Auf einen Blick: Saisonal einkaufen bei HIT
  • Frische ist entscheidend: Je kürzer die Lieferkette, desto weniger Histamin bildet sich in Obst und Gemüse
  • Wochenmärkte bevorzugen: Regionale Ware vom Hofladen oder Markt ist frischer als Supermarktware
  • Tiefkühlgemüse als Alternative: Schockgefrostetes Gemüse enthält kaum Histamin und ist ganzjährig verfügbar
  • Kleine Mengen kaufen: Nur so viel einkaufen, wie du in 2-3 Tagen verbrauchst
  • Reste sofort einfrieren: Das stoppt die Histaminbildung zuverlässig

Nicht alle saisonalen Früchte sind automatisch verträglich – einige wirken als Histaminliberatoren und können Symptome auslösen, obwohl sie selbst wenig Histamin enthalten. Erdbeeren im Mai-Juni, Himbeeren im Juli-August und reife Bananen ganzjährig gehören zu den problematischen Kandidaten. Ihre Unverträglichkeit liegt daran, dass sie körpereigenes Histamin freisetzen können. Glücklicherweise bietet jede Saison histaminarme Alternativen: Statt Erdbeeren kannst du im Frühsommer auf Aprikosen, Pfirsiche oder Nektarinen setzen. Diese Steinfrüchte sind nicht nur gut verträglich, sondern auch reich an Vitamin C und anderen Nährstoffen. Im Herbst ersetzen süße Äpfel und Birnen die problematischen späten Beerensorten. Ein wichtiger Coaching-Tipp für deine Einkaufsplanung: Orientiere dich nicht nur am Saisonkalender, sondern auch an deiner individuellen Verträglichkeit. Führe ein kurzes Ernährungstagebuch, um deine persönlichen Trigger-Früchte zu identifizieren.

Die richtige Lagerung nach dem Einkauf entscheidet maßgeblich über die Histaminentwicklung in deinen saisonalen Lebensmitteln. Besonders empfindlich reagieren Blattsalate, Beeren und zartes Gemüse auf Temperaturschwankungen und zu warme Lagerung. Während Blattgemüse wie Spinat und Mangold im Kühlschrank 2-5 Tage frisch bleiben, solltest du kälteempfindliches Obst wie Aprikosen und Pfirsiche zunächst bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Ein praktischer Coaching-Ansatz: Kaufe nur so viel ein, wie du in 2-3 Tagen verarbeiten kannst. Frische Kräuter halten sich bis zu zwei Wochen im Kühlschrank, wenn du sie richtig lagerst. Achte bei jedem Gemüse auf knackige Schalen ohne Druckstellen oder Verfärbungen – diese sind erste Anzeichen für beginnende Histaminbildung. Tiefkühlgemüse ist eine excellente Alternative, da der Gefrierprozess die Histaminentwicklung praktisch stoppt.

Frühling: März bis Mai

Gemüse im Frühling

Der Frühling bringt nach den langen Wintermonaten endlich wieder frische Vielfalt auf den Tisch. Ab März startet die Saison für Feldsalat, Spinat und Lauch. Im April kommt der Spargel dazu, der als besonders histaminarm gilt und ein echtes Highlight für Betroffene darstellt. Radieschen, Kohlrabi und Frühlingszwiebeln sind ab April reichlich verfügbar und bereichern jede histaminarme Mahlzeit. Ab Mai erweitert sich das Angebot um Mangold, Fenchel und die ersten Freilandgurken. Blumenkohl und Brokkoli starten ebenfalls im Mai ihre Saison. Der Frühling ist die ideale Zeit, um den Speiseplan nach dem eingeschränkten Winterangebot wieder aufzufüllen und neue Rezepte auszuprobieren.

Obst im Frühling

Das Obstangebot im Frühling ist im DACH-Raum noch überschaubar, aber es gibt histaminverträgliche Optionen. Rhabarber startet ab April und eignet sich hervorragend für Kompott oder als Zutat in histaminarmen Kuchen. Die ersten regionalen Heidelbeeren erscheinen Ende Mai und gelten als besonders gut verträglich bei Histaminintoleranz. Äpfel aus der Lagerung sind im Frühling noch verfügbar, wobei du auf kurze Lagerzeiten achten solltest. Laut der SIGHI gehören Äpfel, Heidelbeeren und Rhabarber zu den am besten verträglichen Obstsorten bei Histaminintoleranz. Importierte Beeren solltest du meiden, da sie oft tagelang transportiert werden und dabei Histamin anreichern. Greife stattdessen auf Tiefkühlbeeren zurück, die direkt nach der Ernte eingefroren wurden.

Einkaufstipps für den Frühling

Auf dem Frühlingsmarkt findest du die ersten Wildkräuter wie Bärlauch, der als histaminarme Alternative zu Knoblauch dient. Achte bei Spargel auf gerade, feste Stangen mit geschlossenen Köpfen, da diese am frischesten sind. Spargel sollte idealerweise am Tag des Kaufs verarbeitet werden, da er schnell an Frische verliert. Frühlingssalate wie Kopfsalat und Lollo biondo sind jetzt besonders zart und sollten am selben Tag gegessen werden. Nutze das steigende Angebot, um Vorräte an histaminarmen Gewürzen mit frischen Kräutern wie Petersilie, Schnittlauch und Dill zu ergänzen.

Sommer: Juni bis August

Gemüse im Sommer

Der Sommer bietet die größte Vielfalt an frischem, histaminarmem Gemüse. Zucchini, Paprika, Gurken und Karotten sind in Hülle und Fülle verfügbar. Mangold, Fenchel und Kohlrabi erreichen ihre Hauptsaison und schmecken jetzt am besten. Grüne Bohnen sind ab Juni frisch erhältlich und eine hervorragende Proteinquelle für histaminarme Gerichte. Mais startet im August seine kurze Saison und ist als frisch geernteter Kolben besonders verträglich. Laut dem BZfE enthält Sommergemüse vom Freiland bis zu 50 % mehr sekundäre Pflanzenstoffe als Gewächshausware. Kürbis beginnt Ende August und bildet die Brücke zum Herbst. Die Vielfalt des Sommers macht es leicht, abwechslungsreich und histaminarm zu kochen.

Obst im Sommer

Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren haben im Sommer Hochsaison. Heidelbeeren gelten laut SIGHI als eine der bestverträglichen Obstsorten bei Histaminintoleranz. Kirschen sind im Juni und Juli verfügbar und werden von vielen Betroffenen gut vertragen, sollten aber individuell getestet werden. Äpfel der frühen Sorten wie Klaräpfel erscheinen ab Juli, gefolgt von Birnen ab August. Wassermelone ist im Hochsommer eine erfrischende, histaminarme Option. Pfirsiche und Nektarinen sind bei vielen Betroffenen verträglich, können aber individuell Probleme bereiten. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien zeigte, dass der Histamingehalt von Beeren innerhalb von 48 Stunden nach der Ernte um durchschnittlich 25 % ansteigt, weshalb der Kauf von erntefrischer Ware besonders im Sommer entscheidend ist.

“Saisonale, regionale Ernährung ist bei Histaminintoleranz kein Luxus, sondern eine therapeutische Maßnahme. Die Frische der Lebensmittel beeinflusst den Histamingehalt stärker als die meisten anderen Faktoren. Kaufe Beeren nur in kleinen Mengen und verbrauche sie am selben Tag, da sie besonders schnell Histamin bilden. Salat und Blattspinat sollten nach dem Kauf sofort gewaschen und im Kühlschrank gelagert werden. Bei Paprika sind rote und gelbe Sorten reifer und enthalten mehr Vitamin C als grüne. Nutze die Sommervielfalt, um Vorräte für den Winter anzulegen: Zucchini, Paprika und Beeren lassen sich hervorragend einfrieren und behalten dabei ihren niedrigen Histamingehalt. Blanchiere Gemüse vor dem Einfrieren kurz, um Enzyme zu deaktivieren.

Herbst: September bis November

Gemüse im Herbst

Der Herbst bringt Kürbis, Rote Bete, Pastinaken und Wurzelgemüse in Bestform auf den Tisch. Kürbissorten wie Hokkaido und Butternut sind besonders histaminarm und vielseitig einsetzbar. Rosenkohl startet im Oktober und bietet reichlich Vitamin C für den Histaminabbau. Grünkohl beginnt nach dem ersten Frost seine Saison und ist ein nährstoffreiches Superfood für den Herbst. Kartoffeln werden im Herbst geerntet und sind als Grundnahrungsmittel bei Histaminintoleranz ganzjährig eine sichere Wahl. Steckrüben und Schwarzwurzel ergänzen das Herbstangebot und eignen sich hervorragend für wärmende Eintöpfe. Das Herbstgemüse zeichnet sich durch gute Lagerfähigkeit aus, was bei Histaminintoleranz von Vorteil ist.

Obst im Herbst

Äpfel und Birnen haben im Herbst Hauptsaison und werden frisch vom Baum geerntet. Frische Ernte bedeutet minimalen Histamingehalt, was den Herbst zur besten Zeit für Obstgenuss macht. Quitten sind ab Oktober verfügbar und werden als Kompott oder Gelee zu einer histaminarmen Delikatesse. Zwetschgen und Pflaumen sind im September noch erhältlich und werden von vielen Betroffenen gut vertragen. Trauben sollten bei Histaminintoleranz mit Vorsicht genossen werden, da sie je nach Sorte unterschiedlich verträglich sind. Hagebutten sind eine hervorragende Vitamin-C-Quelle und lassen sich als Tee oder Mus zubereiten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) decken bereits 200 g frische Äpfel etwa 20 % des täglichen Vitamin-C-Bedarfs.

Einkaufstipps für den Herbst

Der Herbst ist die ideale Zeit zum Einkochen und Einfrieren von Vorräten. Kürbis lässt sich püriert einfrieren und bildet die Basis für schnelle Wintersuppen. Äpfel aus der Region solltest du in großen Mengen kaufen und kühl lagern, da sie bei richtiger Lagerung monatelang frisch bleiben. Achte beim Kauf von Wurzelgemüse auf feste, unbeschädigte Exemplare ohne weiche Stellen. Grünkohl und Rosenkohl werden durch leichten Frost sogar milder im Geschmack. Nutze den Herbst, um deinen histaminarmen Ernährungsplan für den Winter vorzubereiten und ausreichend Tiefkühlvorräte anzulegen.

Winter: Dezember bis Februar

Gemüse im Winter

Das Winterangebot an frischem Gemüse ist im DACH-Raum eingeschränkt, aber es gibt verlässliche histaminarme Optionen. Grünkohl, Rosenkohl und Wirsing trotzen der Kälte und liefern wichtige Nährstoffe. Pastinaken, Schwarzwurzel und Topinambur sind Winterspezialitäten, die sich hervorragend für wärmende Gerichte eignen. Feldsalat ist einer der wenigen Freilandsalate, die auch im Winter wachsen, und liefert wertvolles Eisen und Folsäure. Laut der DGE sind Kohlgemüse die wichtigsten Vitamin-C-Lieferanten im Winter und decken bei regelmäßigem Verzehr einen Großteil des Tagesbedarfs. Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln aus der Herbsternte sind bei kühler Lagerung weiterhin gut verfügbar. Chicorée wird von November bis März geerntet und ist eine knackige Salatbasis mit mildem Geschmack.

Obst im Winter

Im Winter stammt das meiste frische Obst aus Lagerung oder Import. Lageräpfel und Lagerbirnen sind die wichtigsten regionalen Obstquellen und bei kühler Lagerung noch gut verträglich. Tiefkühlbeeren sind im Winter die beste Alternative zu frischem Obst und behalten durch das Schockfrosten ihren niedrigen Histamingehalt. Zitrusfrüchte wie Orangen und Mandarinen sind zwar im Winter reichlich verfügbar, gelten aber als Histaminliberatoren und sollten bei Histaminintoleranz gemieden werden. Granatäpfel werden von einigen Betroffenen vertragen und liefern wertvolle Antioxidantien. Kaki-Früchte sind eine milde, süße Option, die viele Betroffene gut vertragen. Generell gilt im Winter: Tiefkühlware ist histaminärmer als importierte Frischware mit langen Transportwegen.

Einkaufstipps für den Winter

Im Winter ist die Tiefkühltruhe dein wichtigster Verbündeter. Nutze die im Sommer und Herbst angelegten Vorräte, um den eingeschränkten Frischemarkt auszugleichen. Tiefkühlgemüse wie Brokkoli, Erbsen und Bohnen ist ganzjährig verfügbar und histaminarm. Beim Kauf von Lageräpfeln solltest du auf feste, unbeschädigte Exemplare achten und weiche oder fleckige Früchte meiden. Kohlgemüse sollte fest und schwer in der Hand liegen, da leichte Köpfe auf Austrocknung hindeuten. Plane in den Wintermonaten bewusst mehr histaminarme Getränke wie Kräutertees ein, um die geringere Obstauswahl auszugleichen.

Auf einen Blick: Saisonale Highlights pro Jahreszeit
  • Frühling: Spargel, Radieschen, Kohlrabi, Rhabarber, erste Heidelbeeren
  • Sommer: Zucchini, Paprika, Gurke, Heidelbeeren, Himbeeren, Kirschen
  • Herbst: Kürbis, Grünkohl, Pastinaken, Äpfel, Birnen, Quitten
  • Winter: Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat, Lageräpfel, Tiefkühlbeeren
  • Ganzjährig: Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Tiefkühlgemüse

Saisonkalender auf einen Blick

Die folgende Tabelle zeigt dir die wichtigsten histaminverträglichen Obst- und Gemüsesorten nach Monat. Die Farbmarkierungen zeigen die Histaminverträglichkeit: Grün bedeutet gut verträglich, Gelb bedeutet individuell testen.

LebensmittelJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezVerträglichkeit
SpargelSehr gut
ZucchiniSehr gut
PaprikaSehr gut
KürbisSehr gut
KohlrabiSehr gut
BrokkoliSehr gut
BlumenkohlSehr gut
GrünkohlSehr gut
FeldsalatSehr gut
KartoffelnSehr gut
KarottenSehr gut
HeidelbeerenSehr gut
ÄpfelSehr gut
BirnenSehr gut
KirschenIndividuell
HimbeerenIndividuell
TraubenIndividuell

Häufige Fragen zum Saisonkalender

Saisonales Obst und Gemüse aus der Region hat kürzere Transportwege und Lagerzeiten. Da Histamin sich mit zunehmender Lagerdauer in Lebensmitteln anreichert, ist frische Saisonware grundsätzlich histaminärmer als importierte oder lang gelagerte Produkte. Studien zeigen, dass der Histamingehalt von Gemüse bereits nach wenigen Tagen Lagerung deutlich ansteigen kann. Regionaler Einkauf auf dem Wochenmarkt garantiert die kürzeste Lieferkette und damit den niedrigsten Histamingehalt.

Ja, Tiefkühlgemüse ist eine hervorragende Option bei Histaminintoleranz. Das Gemüse wird direkt nach der Ernte schockgefrostet, wodurch die Histaminbildung gestoppt wird. Tiefkühlgemüse enthält oft sogar weniger Histamin als frisches Gemüse, das mehrere Tage im Kühlschrank lag. Besonders im Winter, wenn das regionale Frischeangebot eingeschränkt ist, ist Tiefkühlware eine sichere und nährstoffreiche Alternative.

Heidelbeeren, Äpfel und Birnen gelten laut SIGHI als die am besten verträglichen Obstsorten bei Histaminintoleranz. Rhabarber und Kirschen werden von vielen Betroffenen ebenfalls gut vertragen. Wichtig ist, dass Obst möglichst frisch verzehrt wird, da der Histamingehalt mit der Lagerdauer steigt. Zitrusfrüchte, Erdbeeren und Kiwi sollten dagegen gemieden werden, da sie als Histaminliberatoren wirken können.

Die Kühllagerung bei 4-7 °C verlangsamt die Histaminbildung deutlich. Verbrauche frisches Obst und Gemüse möglichst innerhalb von zwei bis drei Tagen nach dem Kauf. Reste solltest du sofort einfrieren, da das die Histaminbildung stoppt. Wasche Blattsalate erst kurz vor dem Verzehr, da Feuchtigkeit den Abbau beschleunigt. Lagere Obst und Gemüse getrennt voneinander, da das Reifegas Ethylen den Verderb beschleunigt.

Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln sind ganzjährig als Lagerware verfügbar und gelten als sehr gut verträglich bei Histaminintoleranz. Tiefkühlgemüse wie Brokkoli, Erbsen, Bohnen und Blumenkohl ist ebenfalls das ganze Jahr über erhältlich und histaminarm. Reis und Hirse als Getreide ergänzen diese Grundnahrungsmittel. Mit diesen Basislebensmitteln kannst du auch in den Wintermonaten abwechslungsreich und histaminarm kochen.

Ja, Tiefkühlgemüse ist oft eine gute Alternative. Es wird kurz nach der Ernte schockgefrostet, sodass wenig Zeit für Histaminbildung bleibt. Wichtig: Kaufe ungewürztes, naturbelassenes Tiefkühlgemüse ohne Zusätze und verarbeite es nach dem Auftauen sofort weiter. Aufgetautes Gemüse nicht wieder einfrieren und nicht lange im Kühlschrank aufbewahren.

Achte auf das Herkunftsland auf dem Preisschild — Produkte aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben kürzere Transportwege. Frische zeigt sich auch äußerlich: feste Konsistenz, kein Druckstellen, lebendige Farbe und kein säuerlicher Geruch. Am sichersten bist du auf dem Wochenmarkt direkt beim Erzeuger, wo du nach dem Erntedatum fragen kannst.

Nicht ganz, aber die Auswahl ist kleiner. Im Winter sind regionale Äpfel und Birnen aus kontrollierter Lagerung oft noch gut verträglich, wenn sie nicht zu lange gelagert wurden. Ergänzend eignen sich histaminarme Exoten wie Mango oder Papaya aus dem Supermarkt — wichtig ist, sie reif und frisch zu kaufen und sofort zu essen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Histaminintoleranz wende dich an deinen Arzt oder eine qualifizierte Ernährungsberatung. Die Verträglichkeit einzelner Lebensmittel ist individuell verschieden.

Weiterlesen

Quellen

Johnston, C. S., Solomon, R. E. & Corte, C. (1996). “Vitamin C depletion is associated with alterations in blood histamine and plasma free carnitine in adults.” Journal of the American College of Nutrition, 15(6), 586-591. Barcik, W. et al. (2019). “Bacterial secretion of histamine within the gut influences immune responses within the lung.” Allergy, 74(5), 899–909. Bergmann, K.-C. (Charite Berlin, Allergie-Centrum-Charite). Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). “Empfehlung: Lebensmittel im Kuehlschrank auftauen.” Abrufbar unter bfr.bund.de.

BH
Balance Histamin
Fachredaktion für Histaminintoleranz, Ernährung und Darmgesundheit. Medizinisch geprüfte Inhalte auf Basis aktueller Studien und Leitlinien.

Quellen: DGAKI, SIGHI, Allergie-Informationsdienst. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Kostenlos: Die Histamin-Ampel (PDF)

200 Lebensmittel bewertet — auf einen Blick sehen, was du essen kannst. Lade dir unseren kostenlosen Guide herunter.